Wie war dein Jahr in Tansania?
Wie war für Freiwillige, die bis diesen August in Tansania gelebt haben, im Rückblick ihr Jahr? Zwei Freiwillige berichten:
Zwei der Freiwilligen, die zwischen August 2024 und August 2025 in Tansania gelebt haben, haben eine kleine Zusammenfassung geschrieben, wie ihr Auslandsjahr war, was wir gerne hier teilen würden. Beide Freiwillige haben auf Sansibar gelebt.
Zwischen Bienen, Dorfleben und neuen Freundschaften – mein Jahr in Sansibar
Wie vielseitig ein Freiwilligendienst sein kann, merkt man erst, wenn man mittendrin steckt. Für mich bedeutete das: ein Jahr bei ZABA, einem Imkerverein im Süden Sansibars, der mit viel Engagement daran arbeitet, die lokale Imkerei zu stärken. Das Gelände ist eine Mischung aus Büro, Werkstatt, Schleuderraum und Treffpunkt – ein Ort, an dem immer etwas los ist.
Meine Aufgaben waren genauso bunt gemischt: Bienenstöcke kontrollieren, Honig schleudern, Wachs verarbeiten, das Büro in Schuss halten, Schulklassen etwas über Bienen erzählen und zwischendurch besondere Aktionen wie der „Tag der Biene“ oder der Besuch einer internationalen Stiftung. Ich konnte viel Neues lernen, aber auch mein eigenes Vorwissen einbringen, eine richtig gute Mischung.
Gelebt habe ich im Dorf Pete bei einer Gastfamilie, die mich von Anfang an unglaublich herzlich aufgenommen hat. Die Sprache war am Anfang noch eine Herausforderung, aber mit jedem neuen Wort wurde es leichter. Das Dorfleben hat mich sofort abgeholt: Hochzeiten, Feste, Fußballspiele, spontane Einladungen, man wird einfach mit reingenommen. Richtig gute Freundschaften entwickeln sich nicht über Nacht, aber nach einer Weile hatte ich an jeder Ecke Bekannte und Freunde, mit denen ich viel unternommen habe.
Begleitet wurde das Ganze durch Seminare, die mir geholfen haben, besser im neuen Alltag anzukommen. Manche Dinge waren theoretisch, andere praktisch richtig nützlich. Insgesamt haben sie mir Orientierung gegeben und dafür gesorgt, dass ich nicht völlig unvorbereitet ins neue Land gestartet bin.
Was ich aus dem Jahr mitnehme? Eine ganze Menge. Ich habe gelernt, entspannter zu sein, mir mehr zuzutrauen und offen in neue Situationen zu gehen. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die mir neue Perspektiven gezeigt haben – und auch Seiten an mir, die ich vorher gar nicht so wahrgenommen habe.
Von August 2024 bis Juli 2025 verbrachte ich ein Jahr auf der tansanischen Insel Sansibar. Ich lebte in einem kleinen Dorf inmitten des Jozani-Nationalpark, umgeben von Mangroven und dem Meer bei einer Gastfamilie. Im Jozani Forest arbeitete ich bei der NGO JECA, die sich für den Schutz des Urwaldes einsetzt. Der Wald ist geprägt von seiner einzigartigen Artenvielfalt und ist auch das ZuHause, vieler bedrohter Arten. Gemeinsam mit der lokalen Dorfbevölkerung half ich bei Projekten, wie der Mangrovenaufforstung mit. Es war eine unglaubliche Erfahrung, so tief in eine fremde Kultur eintauchen zu können und so fern von Deutschland ein neues Zuhause zu finden. Trotz anderer Kultur, Sprache und Religion sind Menschen, die nicht unterschiedlicher zu mir sein könnten, zu meiner Familie und meinen Freunden geworden. Schnell lernte ich die Landessprache Suaheli und war im Alltag des Dorfes eingebunden. Dinge, dir mir anfangs noch fremd erschienen, wie das Waschen mit der Hand, das Einkaufen auf dem Markt oder das Kochen über dem Feuer, wurden schnell zur Normalität. Besonders spannend war für mich der Einblick in den Islam, die auf Sansibar am weitesten verbreitete Religion. Nicht nur den Ramadan durfte ich miterleben, sondern auch viele islamische Hochzeiten und Feiertage. Am Wochenende verbrachte ich viel Zeit mit meinen tansanischen Freunden. Oftmals beim Schwimmen, Fußball oder dem Erkunden der Insel. Auch auf Reisen durch das Land konnte ich die Vielfalt Tansanias entdecken. Ich bin dankbar für diese prägende Zeit und dafür, was ich alles lernen und erleben durfte.